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Zum Begriff der Primärtugend

Der erste Bestandteil des Wortes Primärtugend, "Primär-" , bedeutet "an erster Stelle stehend, erst-, vorrangig; grundlegend, wesentlich."

Entsprechend bedeutet "Primärtugend" nichts anderes als "an erster Stelle stehende, erst- und vorrangige; grundlegende und wesentliche Tugend." In diesem Sinne wird das Wort Sekundärtugend häufig auch stellvertretend und austauschbar für das Wort Kardinaltugend verwendet.

Zur Geschichte des Tugendbegriffs:

In der Zeit des alten Homer verstand man unter Tugend - abweichend von der heutigen Bedeutung - noch eine gelingende Gestaltung des Lebens als Ganzes. Bei dieser ursprünglichen Sichtweise war das Leben und Handeln des Einzelnen noch unmittelbarer Gegenstand der Betrachtung.

Von Tugend nach heutigem Verständnis wird erstmals seit Platon gesprochen. Es handle sich um moralische Eigenschaften, die lehrbar seien und als anstrebbar gelten. Vier Primär- oder Kardinaltugenden listet Platon auf: Weisheit, Tapferkeit, Maßhaltung und Gerechtigkeit.

Damit waren die anzustrebenden Zielbilder der Tugend - zwecks besserer Lehrbarkeit - als abstrakte, vom Leben und Handeln des Einzelnen losgelöste Eigenschaften beschrieben. Und es dauerte gerade mal ein Jahrhundert, bis die Philosophie durch Kleanthes zu dem Ergebnis kam, bei jeder Handlung komme es nur auf die innere Absicht an, der sie entspringe, nicht aber auf das durch sie bewirkte Resultat.

Im Mittelalter übernimmt die Kirche die 4 Primär- oder Kardinaltugenden Platons und fügt ihnen noch drei weitere hinzu: Glaube, Liebe und Hoffnung.

Auch heute noch werden Tugenden als erstrebenswerte Eigenschaften - abstrakt und losgelöst vom Leben und Handeln des Einzelnen - gelehrt und beschrieben.

Zu den Risiken und Nebenwirkungen von Kardinaltugenden:

Alle abstrakt gelehrten, vom Leben und Handeln des Einzelnen losgelösten Zielbilder einer Tugend haben einen entscheidenden Nachteil: Sie verführen den Einzelnen sehr leicht dazu, bei ihrer Verwirklichung immer wieder nur die Absicht hinter dem Handeln zu prüfen, nicht aber die Auswirkungen des Handelns zur Kenntnis zu nehmen. Typische Folgen sind:

Blinde Flecken in der Wahrnehmung, der Selbstwahrnehmung und im Verständnis äußerer Realitäten.

Trotz bester Vorsätze - oder gerade deswegen - immer wieder sich selbst oder auch Andere schädigende Verhaltensmuster.

Unterschiedliche Formen von Moralismus, gepaart mit der Unfähigkeit, aus den Folgen eigenen oder fremden Handelns zu lernen.

Hierfür in Frage kommende Mechanismen sichtbar zu machen, ist eine der besonderen Leistungen der Denotat-Analyse nach Eckart Klobe. Veröffentlicht wurde dieser Ansatz erstmalig in dem Buch Wahrnehmung, Werte und die Dynamik von Sekundärtugenden.

Weiteres über Risiken und Nebenwirkungen von Tugenden mit abstrakten, vom Leben und Handeln des Einzelnen losgelösten Zielbildern finden Sie unter www.sekundaertugend.de .

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